Sinfonieorchester der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

Es war durchaus kein Zufall, dass die Eröffnung des Leipziger Konservatoriums am 2. April 1843 mit dem hundertjährigen Jubiläum der Gewandhaus-Abonnementkonzerte zusammenfiel. Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy hatte sich schon seit seinem Amtsantritt mit dem Gedanken an ein Konservatorium beschäftigt. „Hier in Leipzig ist das Bedürfnis einer Musikschule, in welcher die Kunst mit gewissenhaftem Studium und ernstem Sinne getrieben würde, gewiß ein lebhaft gefühltes“, schrieb er 1840. Der Unterricht in den Orchesterinstrumenten sollte von „Musikern des Gewandhausorchesters unter Aufsicht des Direktoriums gegen ein besonderes, billiges Honorar erteilt“ und „befähigte Schüler sollten zur Teilnahme bei Aufführungen der Gewandhauskonzerte und von Kirchenmusiken veranlaßt werden“, um einen idealen Nachwuchs zu schaffen. So hieß es im Prospekt, der zu Michaelis 1843 erschien. Die künstlerische Oberleitung übernahm Mendelssohn, neben ihm wirkten als erste Lehrer Robert Schumann, Konzertmeister Ferdinand David und Thomaskantor Moritz Hauptmann.

Die Wurzeln des Hochschulsinfonieorchesters (HSO) gehen auf die Einrichtung einer „Orchesterschule“ im Jahr 1881 zurück, in deren Zusammenhang auch der Unterricht in den Orchesterinstrumenten erheblich erweitert wurde. Von 1883 bis 1892 leitete der Geiger Adolf Brodsky das Konservatoriumsorchester, danach der Dirigent Hans Sitt. Ab 1934 oblag die Dirigierausbildung Gewandhauskapellmeister Hermann Abendroth. Ab 1951 stand Konzertmeister Gerhard Bosse der Orchesterabteilung vor.

Auch in neuerer Zeit ist das Amt des HSO-Chefs mit einer Lehrverpflichtung im Fach Dirigieren verknüpft. Von 1992 bis 1998 übernahm der Dirigent Volker Rohde das HSO und nach einer Zeit mit Gastdirigenten ab 2001 Christian Kluttig. Nach Interimslösungen mit den Dirigenten Fred Buttkewitz und Michael Köhler leitete von 2007 bis zum Ende des Sommersemesters 2013 Dirigierprofessor Ulrich Windfuhr das Ensemble. Im Wintersemester 2013/14 wurde die Leitung des HSO von Gastdirigenten übernommen. Seit dem Wintersemester 2014/15 ist Dirigierprofessor Matthias Foremny neuer Leiter des HSO.

Das Spiel im Hochschulsinfonieorchester ist wesentlicher Bestandteil der Ausbildung in den künstlerischen Studiengängen mit Orchesterinstrumenten. Das HSO wirkt bei allen größeren Veranstaltungen der HMT mit, sowohl bei Opern- und Operettenproduktionen als auch in eigenen Sinfoniekonzerten, die das Orchester gibt. „Mendelssohns Idee hat sich über 150 Jahre bewährt“, sagte Kurt Masur einmal. „Und wenn heute irgendwo in der Welt vom unverwechselbaren Klang des Gewandhausorchesters geschrieben oder gesprochen wird, dann ist als eine der tragenden Säulen auf die Bildung der ,Orchesterschule‘ zu verweisen. Aus ihr geht bis auf den heutigen Tag unter der Mitwirkung der besten Musiker des Gewandhausorchesters der weitaus größte Teil unseres Nachwuchses hervor.“

Webseite: www.hmt-leipzig.de

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