Peter Serkin

Pianist

Mit seinem leidenschaftlichen Engagement für die Musik von der frühen Mehrstimmigkeit bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten hat sich der amerikanische Pianist Peter Serkin weltweit einen Namen als einer der individuellsten und ernsthaftesten Musiker der heutigen Zeit gemacht. Im Laufe seiner Karriere hat er dem Publikum stets Wesentliches aus dem Repertoire von fünf Jahrhunderten Musikgeschichte zu vermitteln gewusst und seine Auftritte als Solist, in Rezitalen und mit Kammermusik finden ebenso wie seine Einspielungen auf Tonträger weltweit größte Anerkennung und Respekt.

Sein musikalisches Erbe reicht mehrere Generationen zurück: Sein Großvater war der Geiger und Komponist Adolf Busch, sein Vater der Pianist Rudolf Serkin. 1958, im Alter von 11 Jahren, trat Peter Serkin in das Curtis Institute of Music ein, wo er bei Lee Luvisi, Mieczyslaw Horszowski und Rudolf Serkin studierte. Später setzte er seine Studien bei Ernst Oster, Marcel Moyse und Karl Ulrich Schnabel fort. Seit seinem Debüt beim Marlboro Festival und in New York 1959 ist Peter Serkin mit den weltbesten Sinfonieorchestern aufgetreten und hat mit den bedeutendsten Dirigenten konzertiert, darunter Seiji Ozawa, Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Claudio Abbado, Simon Rattle, James Levine, Herbert Blomstedt und Christoph Eschenbach. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen Yo-Yo Ma, Alexander Schneider, Pamela Frank, das Budapest String Quartet, das Guarneri und Orion String Quartet und TASHI, ein Kammermusikensemble, welches er selber mitbegründete.

Als ein engagierter Fürsprecher für Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts war Serkin maßgeblich daran beteiligt, die Musik von Schönberg, Webern, Berg, Strawinsky, Wolpe, Messiaen, Takemitsu, Henze, Berio, Wuorinen, Goehr, Knussen und anderen dem Publikum zugänglich zu machen. Er hat viele bedeutende Weltpremieren gespielt, besonders zahlreich darunter Werke von Toru Takemitsu, Peter Lieberson, Oliver Knussen, Elliot Carter, Alexander Goehr sowie Charles Wuorinen, die für Peter Serkin geschrieben wurden.

In den USA gastiert Peter Serkin regelmäßig bei allen großen Sinfonieorchestern und Festivals. So ist er in der Spielzeit 2014.15 zu Gast bei den Sinfonieorchestern in San Francisco, Chicago und Dallas. Gemeinsam mit dem Saint Paul Chamber Orchestra spielt er im April 2015 die Uraufführung eines neuen Klavierkonzerts von Charles Wuorinen. Er ist Gast beim Ravinia und beim Toronto Music Festival und gibt Solorezitale in New York, Sydney, Brisbane und New Haven. In der darauffolgenden Saison führen in Engagements nach Europa, so u.a. zur Staatskapelle Dresden, zum Orchestre de Paris, zum Gewandhausorchester Leipzig und in die Kölner Philharmonie.

Die Bandbreite seines Repertoires spiegelt sich auch in den Aufnahmen wieder. Die Solo-CD aus dem Jahr 2000 mit dem Titel „The Ocean that has no West and no East“ (bei Koch Records) enthält Werke von Webern, Messiaen, Takemitsu, Wuorinen, Knussen und Lieberson. Weitere Aufnahmen beinhalten Brahms Violinsonaten mit Pamela Frank, Quintette von Henze und Brahms mit dem Guarneri Quartett, die Bach Doppel- und Tripelkonzerte mit András Schiff und Bruno Canino, Dvořáks Klavierquintett mit dem Orion String Quartet, Takemitsus „Quotation of a Dream“ mit Oliver Knussen und der London Sinfonietta sowie die Einspielung von Schönbergs komplettem Klavierrepertoire. Die aktuellste Aufnahme sind Schönbergs Werke für Klavier solo bei Arcana. Serkins Aufnahme von Mozarts Klavierkonzerten mit dem English Chamber Orchestra wurde für den Grammy nominiert und erhielt den „Deutschen Schallplattenpreis“. Andere für den Grammy nominierte Aufnahmen sind Oliver Messiaens „Vingt Regards sur l’enfant Jesus“ und das „Quartett für das Ende der Zeit“ bei BMG sowie Solowerke von Strawinsky, Wolpe und Lieberson bei New World Records.

 

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