Sinfoniekonzert

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Großer Saal, Grassistraße 8, Leipzig

Offizielles Eröffnungskonzert des Reger-Jahres der Stadt Leipzig

Interpreten:

Hochschulsinfonieorchester
Leitung: Matthias Foremny
Solisten: Daniel Tauber (Violine I)
Catherine Myerscough (Violine II)
Sara Glombitza (Violine III)
Youbin Kim (Klavier)

Programm:

Johann Sebastian Bach
Konzert für drei Violinen, Streicher und Basso continuo D-Dur BWV 1064 (R)

Max Reger
4 Tondichtungen nach Arnold Böcklin op. 128

Camille Saint-Saëns
Klavierkonzert Nr. 5 F-Dur op. 103

George Gershwin
Ein Amerikaner in Paris

 

Max Reger lehrte von 1907 bis zu seinem Tod 1916 an der heutigen Hochschule für Musik und Theater Leipzig und unterrichtete über 200 Studenten in Komposition. Wie sehr die Nachwelt ihn schätzte, zeigt das Urteil von Paul Hindemith
(1895 – 1963): „Max Reger war der letzte Riese in der Musik.“ Mit diesen beiden Sinfoniekonzerten eröffnet die Stadt Leipzig das Reger-Jahr 2016.

Vom Jubilar Reger sind in diesen Konzerten die „4 Tondichtungen nach Arnold Böcklin“ zu hören. Vier Gemälde des Schweizer Künstlers inspirierten Reger zu den 1913 entstandenen Werken: „Der geigende Eremit“, „Im Spiel der Wellen“, das berühmteste Gemälde von Böcklin „Die Toteninsel“ und „Bacchanal“. Reger orientierte sich dabei an Richard Strauss – bis hin zur Größe der Orchesterbesetzung.

Bachs Konzert für drei Violinen, Streicher und Basso continuo D-Dur (BWV 1064) ist in seiner Originalgestalt verschollen und wurde im 20. Jahrhundert aus dem überlieferten Konzert für drei Cembali BWV 1064 rekonstruiert – daher die Angabe (R). Diese Fassung für drei Cembali hatte Bach aus dem Konzert für drei Violinen erstellt, da er mit der Übernahme des
Leipziger Collegium musicum neue Werke zur Aufführung benötigte und die drei Solo-Violinpartien für seine Musiker wohl zu schwer gewesen wären. Dass es dieses Violinkonzert gegeben haben muss, dessen Rekonstruktion nun heute erklingt, leitet die Musikforschung aus der Art und Weise der thematischen Arbeit ab.

Das 5. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns entstand 1896. Der Komponist ließ es im gleichen Jahr in Paris anlässlich seines 50. Künstlerjubiläums uraufführen. In den 1880er Jahren hatte Saint-Saëns begonnen, sich sehr für Nordafrika zu interessieren und verbrachte einige Zeit in Algier und Kairo. Davon zeugt auch der Mittelsatz dieses Konzertes. Hier verarbeitete er eine Melodie, die er während einer Fahrt auf dem Nil gehört hatte. Damit entsprach Saint-Saëns allerdings auch der französischen Mode, im 19. Jahrhundert Orientalismen in der Kunst zu verarbeiten. Obwohl das Werk sehr erfolgreich uraufgeführt wurde, ist es heute weniger häufig im Repertoire zu finden als das 4. Klavierkonzert.

Die meistgespielte Komposition von George Gershwin neben der „Rhapsody in Blue“ ist das 1928 entstandene Werk „Ein Amerikaner in Paris“. Es ist als autobiographische Skizze zu verstehen und verwendet als Besonderheit vier Taxihupen in vier verschiedenen Tonhöhen, die Gershwin für die Uraufführung in New York extra aus Paris kommen ließ. Weiterhin markant sind sowohl der Ragtime im ersten Teil, der den durch Paris schlendernden Amerikaner – also Gershwin selbst – porträtiert, als auch der Blues und der Charleston im Mittelteil. 14 Jahre nach Gershwins Tod fand sein Opus als Soundtrack Eingang in das Filmmusical „An American in Paris“ von Vincente Minelli.

Das Hochschulsinfonieorchester wird am 22. Januar von Matthias Foremny, seit 2014 Dirigierprofessor an der HMT, und am 23. Januar von Studierenden geleitet.

 

Tickets:

9 € | erm. 6 €/2,50 €
Tel. 0341/2144-615
(Mo – Fr: 13 – 15 Uhr)
www.hmt-leipzig.de

 

Eine Veranstaltung des Gewandhauses in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

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